Vorsorge
Betriebliche Altersversorgung

Direktversicherung

Die Direktversicherung ist eine Form der Lebensversicherung, die der Arbeitgeber für seinen Arbeitnehmer abschließt.
Die Beiträge für diese Versicherung werden vom Arbeitgeber gezahlt (sog. arbeitgeberfinanzierte Direktversicherung) und können als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Der Arbeitnehmer bekommt bei Ablauf der Versicherung die zugesagte Leistung.

Verstirbt jedoch der Arbeitnehmer, leistet die Versicherungsgesellschaft direkt an die Hinterbliebenen.

Seit dem 1. Januar 2005:
Die ''neue'' Direktversicherung
gem. § 3 Nr. 63 EStG

Ab dem 1. Januar 2005 entfällt für Neuabschlüsse einer Direktversicherung die Pauschalversteuerung gem. § 40b EstG. Beiträge zu einer Direktversicherung sind bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung (das sind in 2005: 208, -- € monatlich bzw. 2.496, -- € jährlich) vollständig von der Steuer befreit. Dabei ist bundesweit die Beitragsbemessungsgrenze West maßgeblich.

Zusätzlich erhöht sich dieser steuerfreie Betrag unter bestimmten Voraussetzungen um einen Festbetrag von 1.800, -- € jährlich. Dieser kann in erster Linie dann zusätzlich in Anspruch genommen werden, wenn für den Arbeitnehmer noch keine betriebliche Altersversorgung besteht.

Die steuerliche Förderung der Direktversicherung wird damit der der Pensionskasse gleichgestellt. Jeder Arbeitnehmer, der die Förderung des § 3 Nr. 63 EstG bisher noch nicht über eine Pensionskasse ausgeschöpft hat, kann dies nun über die Direktversicherung tun.

Arbeitnehmer, für die bereits eine pauschal versteuerte Direktversicherung besteht, können ab 2005 zusätzlich einen weiteren Vertrag mit einem steuerfreien Beitrag bis 208 € monatlich bzw. 2.496, -- € jährlich über eine "neue" Direktversicherung abschließen. Lediglich der zusätzliche Höchstbetrag von 1.800, -- € jährlich kann in diesem Fall nicht genutzt werden.

Auf einen Beitrag bis zu 208, -- € monatlich bzw. 2.496, -- € jährlich ( 4 % der Beitragsbemessungsgrenze) entfallen ebenfalls keine Sozialversicherungsbeiträge (bei Entgeltumwandlungen noch bis einschließlich 2008)

Leistungen sind zu versteuern

Erst die späteren Leistungen unterliegen als sonstige Bezüge der vollen nachgelagerten Besteuerung gemäß § 22 Nr. 5 EstG. Nach vollendung des 64. Lebensjahres kann gegebenenfalls der Altersentlastungsbetrag zur Anwendung kommen (gemäß § 24a EstG). Anstelle der vereinbarten Rente kann auch die vorgesehene Kapitalabfindung gewählt werden. Diese Unterliegt jedoch ebenfalls der vollen Versteuerung.

 

Die Barlohnumwandlung als alternative Finanzierungsform

Eine spezielle Gestaltungsmöglichkeit erlaubt auch die volle Beitragszahlung durch den Arbeitnehmer (sog. arbeitnehmerfinanzierte Direktversicherung).
Hierbei vereinbaren Arbeitgeber und sein Arbeitnehmer, dass direkt vom Bruttolohn ein Betrag einbehalten wird, den der Arbeitgeber dann als Beitrag für die Direktversicherung an die Versicherungsgesellschaft überweist, der sog. ''Barlohnumwandlung''.

Dies ist für den Arbeitgeber kostenneutral und bietet dem arbeitnehmer durch die Möglichjkeit der Pauschalversteuerung erhebliche Steuervorteile.

Wird diese Form der Direktversicherung aus einer einmaligen Sonderzahlung geleistet (z. B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld) müssen bis zum Jahr 2008 keine Sozialbeiträge gezahlt werden.

 

Nur noch Rentenleistungen

Direktversicherungen sind nur noch als Rentenversicherungen möglich. Voraussetzung für die Steuerbefreiung der Beiträge ist, dass die Auszahlung der zugesagten Alters- Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen in Form einer lebenslangen Rente vorgesehen ist. Dies gilt auch für die Todesfallleistungen, d. h. im Versicherungsschein werden die Leistungen für den Todesfall entsprechend angepasst. Die Ausübung des Kapitalwahlrechtes ist grundsätzlich möglich. Damit die Beiträge jedoch weiterhin steuerfrei bleiben, darf das Kapitalwahlrecht erst innerhalb des letzten Jahres vor der Auszahlung ausgeübt werden.

 

Begünstigung für den Todesfall

für Abschlüsse ab 2005 können auch bei Direktversicherungen (wie bisher schon bei allen anderen Durchführungswegen) für den Todesfall nur noch folgende Personen begünstigt werden:

  • der Ehegatte, mit dem die versicherte Person zum Zeitpunkt des Todes verheiratet war,
  • die Kinder im Sinne des § 32 Abs. 3 und 4 EstG (im wesentlichen sind dies Kinder bis zum 18. Lebensjahr bzw. bis zum 27. Lebensjahr, wenn sie sich in der Berufsausbildung befinden),
  • der frühere Ehegatte
  • der Lebenspartner bzw. die Lebenspartnerin mit gemeinsamer Haushaltsführung, namentlich mit Geburtsdatum benannt.

 
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