Schadenservice
Informationen zu Schadensvorbeugung in der technischen Versicherung

Notfallplanung Feuer

Erstmaßnahmen allgemein

Den Planungsmaßnahmen zur Behebung eines Schadens voraus gehen die Erstmaßnahmen zur Schadenminderung. Man unterscheidet nach allgemeinen und nach schadenspezifischen Maßnahmen. Allgemeine Verhaltensregeln sind in jedem Schadenfall gültig. Die Eignung von spezifischen Erstmaßnahmen ist abhängig von der Schadenart und den vorhandenen Umgebungsbedingungen.

Allgemeine Verhaltensregeln sind u.a.:

  • Einsturzgefährdete Bereiche gegen Betreten absichern.
  • Absichern der Schadenstelle gegen Betreten Unbefugter.
  • Absichern gegen Umweltschäden durch auslaufende Flüssigkeiten.
  • Absichern gegen Regenwasser, das durch Auswaschungen Umweltschäden verursacht.
  • Verschließen offener Gebäudeöffnungen (Fenster, Türen, Dach) durch Folien etc. als temporärer Schutz von Maschinen und Einrichtungen.
  • Absichern gegen gefährliche Produkte oder Medien, die aus offenen Rohrleitungen oder Behältern ausströmen können, sofern noch nicht geschehen.
  • Elektrische/elektronische Systeme sofort abschalten und gegen Wiedereinschalten sichern; eventuelle Notversorgung über Batterien ebenfalls abtrennen.
  • Maschinen und Produktionseinrichtungen abschalten.
  • Klimaanlagen, Wasser-, Gas- und Druckluftversorgung außer Betrieb nehmen und gegen Wiedereinschalten sichern.
  • Versicherung informieren.
  • Unterstützung durch BELFOR-Relectronic anfordern.
  • Zustand dokumentieren etwa über Video oder Fotos.
  • Keine Funktionstests von Anlagen oder Geräten vornehmen
 

Erstmaßnahmen bei Gebäuden

Nach Schadenfällen an Gebäuden können durch Nichtdurchführen von Erstmaßnahmen zur Schadenstabilisierung erhebliche Zusatzkosten dadurch entstehen, dass zur Schadenbehebung ein deutlich größerer Aufwand notwendig wird. Hinzu kommen mögliche Gefährdungen von Menschen und Umwelt, wenn toxische oder umweltbelastende Stoffe durch das Schadenereignis freigesetzt wurden. Dies können z.B. Dioxine oder Furane als Gefahrstoffe für Menschen oder Schwermetalle, Öle etc. für die Umwelt sein.

Die Einleitung sinnvoller Erstmaßnahmen erfordert daher Kenntnisse über ein mögliches Gefährdungspotential. Weiterhin muss die Schadenstelle behördlich freigegeben sein, damit in enger Abstimmung mit dem Gebäudenutzer die folgenden Maßnahmen eingeleitet werden können.

Allgemein gilt, sofern noch nicht geschehen:

  • Einsturzgefährdete Bereiche absichern.
  • Klimaanlagen, Gas- und Druckluftversorgung sowie Stromversorgung außer Betrieb nehmen.
  • Verschließen von Abfluß- oder Kanalöffnungen zum Schutz gegen schadstoffhaltige Flüssigkeiten.
  • Eventuelle Abplanung von Bodenflächen und Bau von Barrieren zur Vermeidung der Umweltgefährdung.
 

Erstmaßnahmen bei Maschinen

Während eines Brandes entstehen in den meisten Fällen durch Abbrand von PVC-haltigen Materialien wie Elektrokabeln, Verkleidungen usw. Chlorwasserstoffgase, die zusammen mit der Umgebungsfeuchte als Salzsäure kondensieren. Bei Überdruck im Brandraum, der bei nicht genügendem Rauchabzug entsteht, dringen die Brandgase auch in geschlossene Geräte ein. Das heißt, dass im inneren Bereich von Maschinen und Bearbeitungszentren, z.B. auf Wellen, Spindeln, Lagern und allen metallisch blanken Teilen, eine gleichmäßige Kontamination stattfindet. Die Halogenwasserstoffsäuren erzeugen nun auf Metallen massive Korrosionen, die in Verbindung mit Luftfeuchtigkeit eine ständige fortschreitende Korrosionsreaktion hervorrufen.

Es ist daher unbedingt erforderlich, schnellstmöglich Schadenbegrenzungsmaßnahmen durchzuführen, um die mögliche Wiederherstellung von technischen Einrichtungen nicht durch erhebliche Mehrkosten wie irreparable Korrosionsschäden an metallischen Teilen zu belasten.

Allgemein gilt, sofern noch nicht geschehen:

  • Einsturzgefährdete Bereiche absichern.
  • Maschinen und Produktionsanlagen sofort abschalten.
  • Klimaanlagen, Gas und Druckluftversorgung sowie Stromversorgung außer Betrieb nehmen.
  • Keine Funktionstests vornehmen.
  • Zustand dokumentieren
 

Erstmaßnahmen bei Elektronik

Die hauptsächlichen Gefahren für elektrische und elektronische Anlagen und Geräte resultieren aus der aggressiven Charakteristik des Korrosionsprozesses und aus der Leitfähigkeit der Beläge in Verbindung mit elektrischer Spannung. Deshalb müssen nach jedem Schadenereignis folgende Erstmaßnahmenschritte unmittelbar eingeleitet werden:

Allgemein gilt, sofern noch nicht geschehen:

  • Einsturzgefährdete Bereiche absichern.
  • Alle Anlagen und Geräte unverzüglich abschalten. Sie dürfen auch nicht zu Testzwecken wieder unter Spannung gesetzt werden.
  • Verbliebene Rauchgase ins Freie ableiten (Öffnen von Fenstern, Außentüren, Rauchabzugsklappen etc.).
  • Die Schadenstelle so absichern, dass sich Unbefugte keinen Zutritt verschaffen können.
  • Abschottung gegen weiteren Wassereinbruch und Absenkung der rel. Luftfeuchtigkeit unter 40% durch Trocknung

Mit freundlicher Genehmigung von

Belfor relectronic http://www.belfor.com

 
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